Das haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen

Marcel
15.02.2019 295 8:44 min

Vor genau einem Jahr haben wir satellite im App Store veröffentlicht. Wir schauen zurück auf 2018 und verraten, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben – was sind die großen Features, welche Ziele stecken dahinter? Und wie kann sich eine kostenlose App überhaupt finanzieren?

Als wir im Februar 2018 satellite für iOS veröffentlichten, war dies das Ende einer spannenden Reise. Eineinhalb Jahre zuvor hatten wir die Arbeit an satellite begonnen. Erfahrung in der App-Programmierung hatten wir keine, dafür eine Idee und eine wackelige Beta-Version von iOS 10, die diese Idee möglich machte. Schnell war klar, dass nicht jeder Provider uns unterstützen würde. Letztendlich mussten wir für die Erreichbarkeit der satellite-Nummern sogar vor Gericht gehen.

Als wir im Februar endlich auf “Veröffentlichen” klickten, waren unsere Rufnummern nicht aus dem Vodafone-Netz erreichbar, ebenso wenig von kleinen Telefongesellschaften, die sich bei der  Zusammenschaltung auf die Telekom verlassen. Waren wir nervös? Jepp.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön. Danke, dass ihr an satellite und die Idee dahinter geglaubt habt! Nicht nur, dass wir tagelang in den Top 10 der Download-Charts waren und die Presse unsere App feierte – wirklich begeistert hat uns euer Feedback. Die 5-Sterne Rezensionen, die positiven Kommentare, die hunderten von E-Mails, in denen ihr euch einfach für die App bedankt habt. Das alles hat uns sehr motiviert.

Im Laufe des Jahres haben wir alles dafür getan, damit satellite eure Erwartungen an eine Telefon-App erfüllt. Wir haben über fünfzig Telefongesellschaften dazu bewegen können, sich mit unserem Netz zusammenzuschalten – nun sind die satellite-Nummern zuverlässig erreichbar. Auch die App selbst ist stabiler und umfangreicher geworden, mit durchschnittlich einem Update pro Monat. Die größten Erweiterungen waren das Plus-Paket und die Rufnummernmitnahme. Im Oktober schließlich fiel der Startschuss für unser größtes Projekt seit dem Launch, der Android-Version für satellite.

Portierung-Spezifikation studieren: Auch das gehört dazu, eine innovative Handynummer anzubieten

Während immer mehr Menschen satellite nutzten, passierte etwas Ungewöhnliches mit unseren Mitbewerbern: sie verschwanden. Zunächst das Telekom-Startup „immmr“, das eigentlich der Grund gewesen war, warum die Telekom es uns so schwer gemacht hatte. Zum Jahresende ging dann auch das Zweitnummern-Startup MyPio insolvent. Die Handynummern der Nutzer wurden einfach abgeschaltet.

Bei satellite-Fans hat das für Fragen gesorgt. Macht satellite irgendwann auch dicht und lässt die Nutzer im Regen stehen? Was kommt 2019? Und wie kann sich eine App langfristig finanzieren, die Tag für Tag Freiminuten verschenkt?

Was wir mit satellite vorhaben

Für 2019 haben wir uns zwei Dinge vorgenommen. Einerseits wollen wir die letzten Lücken zur vollwertigen Telefonie-App schließen. Dazu gehört, dass wir satellite für das Android-Betriebssystem veröffentlichen und um die eine Funktion erweitern, die ihr euch am meisten wünscht – SMS!

Mindestens genauso wichtig ist uns die zweite Sache: Telekommunikation weiterdenken, produktiver machen, benutzerfreundlicher gestalten.

1) Android

Mit der Android-Version kommen wir sehr gut voran, auch dank der Hilfe von vielen hundert Beta-Testern. Eine Frage, die wir häufiger hören: Was ist so schwierig daran, eine fertige App für ein weiteres Betriebssystem zu klonen? Die Antwort darauf ist eigentlich ziemlich simpel: Wir möchten die beste Telefon-App bauen. Das war schon unser Anspruch für iOS und er ist es auch für Android. Im Vergleich zu bestehenden VoIP-Apps möchten wir eine bessere Sprachqualität liefern, viel weniger Akku verbrauchen, und vor allen Dingen eine extrem einfache und elegante Bedienbarkeit bieten. Dazu gehört auch, dass wir die Möglichkeiten von Android voll ausreizen – gerade in Bereichen, die iOS uns verwehrt hat. Aktuell arbeiten wir zum Beispiel an einem wirklich tollen Design für eingehende Anrufe.

„Mal kurz checken, was wir in diesem Screen noch bauen müssen“ – der Teufel liegt im Detail. Aber auch die Magie.

Die iOS-App zu “klonen” war nie eine Option und auch nie unser Ziel.

Aber wann ist sie nun fertig, die Android-Version? Bald! Starten werden wir mit dem Funktionsumfang der iOS-App, so wie wir sie im Februar 2018 veröffentlicht haben. Im Laufe des Jahres wird es das Plus-Paket und die Rufnummern-Mitnahme als Update geben. Unser Motto lautet: Wir verzichten auf Features, nicht auf Qualität.

2) SMS

SMS ist das Thema, das uns 2018 wirklich Nerven gekostet hat. Der Standard für automatisierte SMS (Verifizierung-Codes, TANs, also genau die SMS, die uns interessieren) wird von den meisten Anbietern nicht genutzt. Damit haben wir, ehrlich gesagt, einfach nicht gerechnet. Als wir das Problem bemerkten, hatten wir schon jede Menge gebaut.

2019 unternehmen wir einen zweiten Anlauf. Die erste Nutzergruppe, die von SMS profitiert, sind satellite-Nutzer mit einer portierten Rufnummer. Warum das? Kurz gesagt, weil wir hier eine Lücke in den langsamen Prozessen der Telko-Branche entdeckt haben. Natürlich wollen wir SMS schnellstmöglich für alle satellite Nutzer bauen und wir haben lange damit gehadert, ob wir diese “Abkürzung” wirklich gehen sollen. Am Ende fanden wir es nur fair. Wenn wir bestimmten Nutzergruppen ein Feature bieten können, dann tun wir es auch.

3) Bessere Telefonie

Was werden nun die Features sein, die über das reine Telefonieren hinausgehen? Die ersten beiden stehen schon fest: Intelligente Erreichbarkeit und Gruppen-Calls. Beide Funktionen sind ein Standard der klassischen Telefonie, sind dort aber nicht zu Ende gedacht und nicht benutzerfreundlich.

Wie entsteht eigentlich eine Bot-Animation? Mit Skizzen … vielen Skizzen.

 

 

Intelligente Erreichbarkeit bedeutet für uns zum Beispiel mehr, als sein Telefon auf “Do not disturb” zu stellen. Mit satellite werdet ihr Zeiten und Orte festlegen können, an denen euer Telefon nicht klingelt, und das in beliebigen Kombinationen. Der satellite Bot wird euch sogar personalisierte Vorschläge für sinnvolle Erreichbarkeits-Regeln geben.

Auch Gruppen-Calls haben bei satellite nichts mit der piefigen Konferenz-Lösung zu tun, die ihr vielleicht aus dem Büro kennt. Auf Raumnummer, PIN und ähnlichen Quatsch verzichten wir. Ihr werdet jeden Call ganz einfach zu einem Gruppen-Call machen können. Der große Vorteil im Vergleich zu FaceTime und Hangouts ist, dass ganz egal ist, wer aus der Runde satellite benutzt und wer nicht.

Unser Ziel

Wir wollen ein relevanter Anbieter im Mobilfunkmarkt sein, ein vollwertiger Ersatz der etablierten Telefonielösungen – kein Nischenprodukt für Spezialfälle. Unser großes Ziel für 2019 ist, das Nutzerwachstum fortzusetzen.

Das führt zu einer anderen Frage, die ihr uns oft gestellt habt: wenn satellite wächst und wächst, aber gar nichts kostet, geht die Firma dahinter irgendwann pleite? Kann ich mich dauerhaft auf satellite verlassen?

Unser Geschäftsmodell

Das wichtigste zuerst: satellite ist kein Provider. Ein klassischer Provider verkauft “Einheiten”: Minuten, Gigabyte, SMS. Er ist deswegen relativ austauschbar und das wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken.

Die Mission von satellite hat mit diesem Geschäftsmodell nichts zu tun. Wir möchten Telekommunikation besser, viel besser, machen als die etablierten Konzerne. Gleichzeitig wollen wir Kommunikation aus geschlossenen Systemen wie WhatsApp und Facebook befreien.

satellite ist ein Inhouse-Startup von sipgate – dem Telefonieunternehmen, das die Sache mit der Innovation wirklich ernst meint.

satellite ist euer Werkzeug, um mit jedem Menschen auf der Welt zu kommunizieren. Und zwar über die gute, alte Handynummer – die ist für diese Mission nach wie vor das beste Mittel und wird es auch noch lange sein. Wir möchten euch keine Minuten verkaufen, sondern ein Werkzeug. Zufällig enthält es auch Minuten.

Trotzdem bewegen wir uns natürlich im Telefonie-Markt. sipgate, das Unternehmen hinter satellite, denkt zwar völlig anders als die etablierten Telefoniekonzerne – sonst gäbe es satellite gar nicht. Aber auch sipgate muss für jede Minute, die wir euch schenken, bezahlen. Wie geht das? Die Antwort: Freemium.

Freemium-Produkte wie Spotify oder Dropbox verschenken vollwertige Produkte an Millionen Nutzer. Das funktioniert, weil einige Nutzer für Premium-Features bezahlen und damit die Basiskunden „mittragen“. satellite funktioniert ganz ähnlich. Schon jetzt gibt es ein Premium-Paket und es soll in Zukunft immer mehr Features enthalten, die so wertvoll sind, dass Nutzer gerne dafür zahlen.

Was heißt das für die Zukunft? Ist es ausgeschlossen, dass wir die Freiminuten eines Tages halbieren müssen? Natürlich nicht. Aber danach sieht es nicht aus. Ist es ausgeschlossen, dass wir satellite Plus teurer machen oder ein drittes Premium-Paket hinzufügen werden? Nein. Aber auch danach sieht es nicht aus. Das Zusammenspiel der Pakete hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel wie viele der Basisnutzer ihre Freiminuten komplett aufbrauchen. Wir beobachten diese Faktoren und werden euch immer ein extrem faires Gesamtpaket bieten.   

satellite Plus ist jedenfalls noch nicht das, was es sein soll, denn das bisher einzige Feature ist eine Minuten-Flatrate. Die neuen satellite-Funktionen werden deswegen in Zukunft auch immer eine Plus-Variante haben: Spezial-Funktionen, die man nicht zwingend braucht, aber für einige Nutzer sehr wertvoll sind.

Was feststeht

Wir bei satellite sind ein Fan von Fixpunkten, von großen Zielen, denen wir uns agil und in kleinen Schritten nähern. Wir sind keine Fans von Roadmaps und genauen Plänen – und selbst wenn, könnte ich euch nicht sagen, in welchem Monat wir welches Feature veröffentlichen werden.

Einige Dinge stehen fest. satellite wird kein teures Produkt werden. satellite wird niemals ein geschlossenes System werden – egal, welche Features wir bauen, ihr werdet immer auch Nicht-satellite-Nutzer anrufen können. Und satellite wird immer besser. Auch 2019.

Dir hat dieser Artikel und die Idee hinter satellite gefallen? Leite diesen Artikel gerne weiter. Du hast Fragen zu satellite und unserer Strategie? Schreib mir gerne per Twitter oder Email.

Marcel, Product Lead satellite

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295 Kommentare


Martin:

Hallo, ich bin gerade durch Zufall auf satellite gestoßen und finde das Konzept sehr gut. Wird es irgendwann eine macOS-App geben und wird eine Änderung der ausgehenden Rufnummer (wie bei sipgate Basic) möglich sein? Dann wäre satellite die Lösung all meiner Business-Mobilfunk-Probleme ;)

antworten

    Jan:

    Aktuell konzentrieren wir uns voll auf die Entwicklung für die iOS- und Android-Smartphones. Wir planen auch zum Beispiel einige Features, die nur funktionieren, wenn satellite über unsere App genutzt wird. Trotzdem ist unser Ziel, dass du satellite überall nutzen kannst, wo du möchtest – auch im Browser und über IFTTT. Allerdings stehen auf unserer Agenda andere Punkte noch weiter oben. :)

    Wir haben uns erstmal gegen die Änderung der ausgehenden Rufnummer entschieden. Der Grund ist, dass wir es fairer finden, wenn deine Kontakte auch direkt wissen, mit welcher Nummer du sie anrufst – und dich im Zweifel mit der richtigen Nummer zurückrufen können. :)

    Werner:

    Wenn Du Dir die Simquadrat Simkarte – ebenfalls von Sipgate – zulegst kann Du weitere Rufnummern auf die Simquadrat Simkarte portieren, für 2,95 Euro Grundgebühr im Monat gibt es auch eine Festnetznummer dazu. Vielleicht wäre das eine Lösung für Dich? Für Firmen, Freiberufler, Selbstständige usw. hat Sipgate auch eine Lösung, Sipgate Team, damit kenne ich mich allerdings nicht aus. Darüber kannst Du Dich aber bei Sipgate im Internet informieren, ob das etwas für Dich wäre.

Harrie:

Ha
kann ich von Deutschland oder anderes EU Land damit nach Russland telefonieren ?

antworten

    Jan:

    Aktuell kannst du 64 Länder mit satellite erreichen. Russland steht leider nicht auf unserer Länderliste: https://www.satellite.me/laender

    Wir haben die Ambitionen, mit satellite immer internationaler zu werden. Dass du noch nicht in die ganze Welt anrufen kannst, hat mit vielen rechtlichen Eigenschaften der Telekommunikationsbranche und zu hohen Terminierungsentgelten für eine kostenlose Telefonie-App zu tun: https://www.satellite.me/blog/ins-ausland-telefonieren-mit-satellite-darum-sind-aktuell-64-laender-erreichbar-und-andere-nicht

    Wann, und ob neue Länder – wie z.B. Russland – hinzukommen, können wir heute noch nicht sagen.

    Werner:

    Mit der Simquadrat Simkarte, die es auch von Sipgate gibt, kannst Du laut https://www.simquadrat.de/tarife in die Russische Föderation für 12,90 Cent Festnetz 12,90 Cent Mobil je Minute telefonieren. Die Simquadrat Simkarte kostet keine Grundgebühr, eine Festnetznummer kostet 2,95 Euro Grundgebühr im Monat.

M:

Hallo liebes Satellite Team!

Tolle Arbeit, weiter so!

Ich bin zur Zeit in Finland im Urluab und kann zwar von meiner Satelite Nummer andere Finnen anrufen, diese können mich aber nicht erreichen, Nummer nicht erreichbar.

„GUT ZU WISSEN: Wenn dich jemand aus Deutschland anrufen will, bist du auf deiner satellite Nummer in allen Ländern dieser Welt erreichbar.“

Was mache ich falsch (auch für zukünftige Reisen)?

Danke und LG

antworten

    Melanie:

    Die gute Nachricht: Du machst nichts falsch. Die schlechtere Nachricht: Aktuell können wir die Erreichbarkeit aus ausländischen Netzen noch nicht sicherstellen. Das hat mit der technischen Infrastruktur der Telekommunikationsbranche und dem Routing von einzelnen, ausländischen Providern zu tun. Obwohl wir schon seit einiger Zeit an viele Transitnetzbetreiber angebunden sind, können wir das Routing der Telefonate von lokalen ausländischen Provider nicht beeinflussen. Wir arbeiten aber weiter daran, die Anzahl der Interconnects auszubauen, um die Erreichbarkeit nach und nach herzustellen. Aus diesem Grund schreiben wir in dem von dir genannten Zitat „Wenn dich jemand aus Deutschland(!) anrufen will…“ ;)

M:

Super, vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort!

antworten

peter bednaric:

Schön wäre es noch, wenn die satellite-app man auch per drag und drop die Telefonummer eingeben könnte könnte.

antworten

peter bednaric:

Wann gibt es satellite für MaxOS?

antworten

    Jan:

    Aktuell konzentrieren wir uns voll auf die Entwicklung für Android- und iOS-Smartphones. Wir fänden es auch spannend, satellite perspektivisch auf mehr Plattformen anzubieten. Derzeit ist das aber noch Zukunftsmusik, sodass ich dir keinen Zeitraum nennen kann.

Wolfgang Wahl:

Liebes Satellite Team

Die letzte Zeit bei Ausland Telefonie werde ich öfters unterbrochen woran kann das liegen?

antworten

    Claudia:

    Hallo Wolfgang,
    das kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Es kann einerseits an der Verbindungsqualität deines Gegenübers liegen, andererseits aber auch an deiner eigenen Internetverbindung. Ist eine der beiden nicht gut, wirkt sich das direkt auf die Sprachqualität aus und ihr hört Störgeräusche oder es treten sogar Aussetzer während des Telefonats auf. Auch die Technik deines Gerätes und das deines Gegenübers hat einen Einfluss darauf. Schreib uns gerne mal eine Nachricht an help@satellite.me, dann begeben wir uns gerne mit dir zusammen auf Ursachenforschung.
    Viele Grüße
    Claudia

Sebastian Spatz:

Moin, moin! Wie wiet ist denn die Entwicklung eines Gruppencalls, also dass man mit zwei oder mehr Personen gleichzeitig in einer Konferenz telefonieren kann?
Speziell zu Weihnachten kann das wichtig sein, wenn die Familienmitglieder im Ausland an unterschiedlichen Orten leben, man sich aber mal gemeinsam unterhalten möchte. Bei Skype geht das schon.

antworten

    Claudia:

    Hey Sebastian,

    aktuell ist von unserer Seite nichts Konkretes in Richtung Gruppencalls geplant, aber wir haben den Wunsch schon auf unsere „Was-Nutzer-sich-wünschen-Liste“ gepackt.

    Viele Grüße
    Claudia

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