So treibt satellite User Tino die Digitalisierung an seiner Schule voran

Kevin
10.02.2021 6 6:46 min

Die satellite Community ist das Wertvollste, was wir haben. Wir stehen mit euch eng im Austausch, schauen uns jedes Feedback an und versuchen dadurch die App ständig zu optimieren. Aber nicht nur die technischen Fragen bleiben an uns haften – auch die Geschichten dahinter, die damit verbunden sind. Was bewegt euch? Warum nutzt ihr satellite? Welche anderen Tools nutzt ihr, um euren (Arbeits-)Alltag zu meistern? Die Fragen interessieren uns sehr und immer wieder stoßen wir begeistert auf satellite User, die mit großem Enthusiasmus Projekte vorantreiben.

Einer davon ist Tino. Tino ist seit 5 Jahren Lehrer an einer integrierten Gesamtschule in Gießen. Er unterrichtet dort Geschichte, Erdkunde und “PoWi” (Politik & Wirtschaft), kümmert sich um die Abschlussjahrgänge und leitet dazu noch das “IT-Department”. Mit viel Geduld arbeitet er an der Digitalisierung seiner Schule, gibt technische Hilfestellungen und versucht das Lernen smarter zu machen. Er ist gut vernetzt, tauscht sich regelmäßig mit anderen Lehrer:innen aus und schreibt über digitales Arbeiten in der Schule auf seinem Blog smart classroom.

Ein Gespräch über IT im Klassenzimmer, smartes Lernen und tonnenschwere Öltanker.

Tino, was bedeutet es, sich um die IT an einer Schule zu kümmern?
Es gibt da zwei Antwortmöglichkeiten: Es gibt eine Wunschvorstellung und dann gibt es noch die Realität. (lacht)

Erzähl uns von der Realität.
Ich bin da damals so reingerutscht. Das wollte keiner machen und der Schulleiter hatte auch nicht so Bock auf das Thema. Ich war schon immer technikaffin, hab immer schon an Computern geschraubt. So habe ich relativ schnell die Verantwortung für den Bereich übernommen. Im Rahmen einer Sanierung im Jahr 2015 waren wir dann tatsächlich die erste Schule in Gießen mit WLAN. Und damit kamen auch komplett neue Aufgabenstellungen: Wie sichern wir das WLAN? Wie haben Schüler:innen darauf Zugriff? Wie sollen die Computerräume ausgestattet werden? Um diese Fragen kümmere ich mich, neben dem Gerätemanagement und Support. Hinzu kommt die pädagogische Seite. Also ich überlege, wie können Lerninhalte beispielsweise in einer Videokonferenz übermittelt werden und unterstütze die Kolleg:innen und Schüler:innen so gut es geht.

Was sind die großen Herausforderungen im Lockdown?
Ein praktikablerer Datenschutz würde vieles vereinfachen. Häufig scheitert genau daran digitales Lernen und führt zu Frust und Zeitnot. Außerdem ist für uns eine große Herausforderung, die Kommunikationswege zu vereinheitlichen. Der eine schickt Aufgaben per Mail, die andere über den Messenger und so weiter. Das Problem dabei ist, dass die Lehrkräfte für die derzeitige Situation nicht ausgebildet sind und die Schüler:innen auch nicht. Meine Erfahrung ist aber, dass trotz aller Probleme, sich die Schüler:innen voll reinhängen. Die wollen ja lernen! Und auch die Lehrer:innen wollen die Schüler:innen nach vorne bringen. Das Schlimme ist, dass es zeitlich so lange dauert und es nicht richtig ankommt. Wir können jetzt nicht innerhalb von wenigen Monaten das ausbaden, was über mehrere Jahre verschleppt wurde. Aber alle sind bemüht, dass es besser wird. Ich konzentriere mich momentan darauf den Kolleg:innen Apps zu empfehlen, die smartes Lernen ermöglichen, um Zeit und Nerven zu sparen.

Welche Apps empfiehlst du?
Ich bin großer Fan von TeacherTool, Classroomscreen und QuizAcademy. Letztere ist beispielsweise super, um Wissen zu bewerten und man Lernfortschritte sofort sehen kann. Das erspart Zeit bei Tests, für die ich früher 3-4 Stunden an den Korrekturen saß. Heute brauche ich dafür nur 30 Minuten. Der Datenschutz hängt hier aber über allem wie ein Damoklesschwert, was es echt schwer macht tolle Apps wie Miro oder Padlet zu nutzen. Man braucht von jedem Elternteil eine Einverständniserklärung, was es nicht gerade leichter macht, um einheitlich mit allen Schülern zu arbeiten.

Schulentwicklung ist wie ein tonnenschwerer Öltanker. Der ist sehr unbeweglich und hat einen riesengroßen Wendekreis. Aber irgendwann muss man mal anfangen sich zu fragen: In welche Richtung wollen wir denn?

Klingt anstrengend.
Schulentwicklung ist wie ein tonnenschwerer Öltanker. Der ist sehr unbeweglich und hat einen riesengroßen Wendekreis. Aber irgendwann muss man mal anfangen sich zu fragen: In welche Richtung wollen wir denn? Ich bin optimistisch, dass wir da gute Wege finden, denn es gibt viele engagierte Kolleg:innen. Ich möchte gerne die Schule zu einem Ort machen, wo selbstbestimmtes Lernen möglich ist.

Wie sähe dieser Ort für dich aus?
Schule ist häufig steril. Ich denke an pflegeleichte Fußböden, nicht viel an den Wänden. Und dann quetschen sich die Schüler:innen in einen Raum, der 50 qm groß ist und starren zur Tafel. Ich wünsche mir, dass die Schulen offener werden. Das fängt mit den Räumen an. Ich fände es schön, wenn man mehr überlegt, wie man einen Ort schafft, an dem man sich gerne aufhält. Wo kann ich mal auf einem Sofa sitzen und lernen oder an einer Wand eine Skizze aufzeichnen? Toll wären offene Klassenräume mit großen und interaktiven Projektionsflächen und Lerninseln. Dass die Lehrer:innen gar nicht vorne rumtanzen und viel erzählen müssen und wir vom starren Frontalunterricht wegkommen und mehr selbstständiges und selbstbestimmtes Lernen fördern. Also dass die Schüler:innen selbst entscheiden können, ob sie bei einem Thema in Geschichte sich Basiswissen aneignen oder in die Tiefe gehen wollen. Gleichzeitig können die Lehrer:innen durch intelligente Programme individueller auf die Schüler:innen eingehen.

Was fordert dich momentan als Lehrer?
Für mich verwischen die Grenzen zwischen privat und dienstlich eh schon, weil ich den Unterricht zuhause vorbereiten muss. Jetzt im Lockdown hat sich das nochmal verstärkt. Es ist verdammt schwer zu sagen: Ich habe jetzt Feierabend, ich habe jetzt Wochenende und schalte mal ab, obwohl da noch ein Berg an Arbeit liegt. Es kommen auch viele Rückfragen von Schüler:innen und Eltern per Telefon.

Worüber sind denn die Kolleg:innen telefonische erreichbar?
Wir besitzen keine Diensthandys. Genau deswegen empfehle ich satellite als zweite Nummer, um nicht die private herauszugeben. Beispiel: Ein Kollege erzählte mir, dass er sich ein billiges Smartphone mit Vertrag zulegen wollte, dass er dann am Wochenende ausschalten kann, um nicht erreichbar zu sein. Da hab ich ihm sofort gesagt: Bind dir doch dafür nicht ein weiteres Gerät und einen Vertrag ans Bein. Schau dir satellite an.

Wie nutzt du denn die App?
Ein Freund von mir, der sehr technikaffin ist und alle Neuheiten direkt ausprobiert, hat mir von satellite erzählt. Seitdem gebe ich die Nummer immer weiter, wenn es um meinen Job geht. Mir hilft es total, dass ich durch satellite Privatleben und Job trennen kann und die Kontrolle über meine Erreichbarkeit habe. Es kommt halt wirklich oft vor, dass spät Abends oder am Wochenende Anrufe von Eltern reinkommen. Toll ist auch, dass ich keine zweite SIM-Karte und kein weiteres Gerät brauche.

Welche Geräte nutzt du als Lehrer?
Ich mache alles an meinem iPad Pro mit Tastatur und Stift. Das nutze ich für Videokonferenzen, Unterrichtsvorbereitung, da habe ich mein Notenprogramm drauf und das digitale Klassenbuch. satellite habe ich natürlich auch auf dem Gerät. Außerdem nutze ich ein iPhone.

Vielen Dank für das Gespräch, Tino.

6 Kommentare


Uche:

ich wollte fragen warum einige nummern nicht mehr bei Satellite klappen trotz genügend guthaben

antworten

    Jan:

    Wir können gerne mal checken, warum die Nummer nicht mehr klappt. Schreib uns gerne mal die Details an help@satellite.me – dann begeben wir uns auf Spurensuche.

Jan Pontos:

Hallo Kevin,
warum habt ihr außer den google trackern jetzt noch den Tracker von MixPanel (advertisement) in eurer App implementiert ?
Habt ihr das nötig ?
Ich finde es nicht ok.
Gruß
Jan

antworten

    Jan:

    Wir setzen Mixpanel ein, um allgemein einen Überblick zu bekommen, wie satellite genutzt wird und ob zum Beispiel bestimmte Features gut angenommen werden. Solche Infos helfen uns bei der kontinuierlichen Verbesserung der App. Die Daten erlauben auf jeden Fall keinerlei Rückschlüsse auf individuelles Nutzerverhalten, sondern geben uns nur Infos bezogen auf die ganze Nutzerschaft.

Marcel:

„ Ich mache alles an meinem iPad Pro mit Tastatur und Stift. Das nutze ich für Videokonferenzen, Unterrichtsvorbereitung, da habe ich mein Notenprogramm drauf und das digitale Klassenbuch. satellite habe ich natürlich auch auf dem Gerät.“

Eine iPhone-App auf dem iPad sieht nicht besonders chic aus und praktikabel ist das auch nicht. Wann ist mit einer iPad-App zu rechnen?

antworten

    Jan:

    Wir planen, satellite auch mit iPad Unterstützung zu veröffentlichen. Momentan konzentrieren wir uns jedoch zunächst auf Smartphones. Du kannst die App auch auf dem iPad installieren, allerdings ist das Design noch nicht darauf angepasst. Wann wir zu der Umsetzung für Tablets kommen, können wir aktuell noch nicht einschätzen.

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